Nokia und Microsoft: Wirtschaftlichkeit, Risiken eines zweijährigen Übergangs zu Windows Phone 7

Dies ist ein Gastbeitrag von Larry Dignan von TechRepublics Schwesterseite ZDNet. Sie können Larry auf seinem ZDNet-Blog Between the Lines folgen oder den RSS-Feed abonnieren.

Für heute liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia auf Smartphones, Windows Phone 7 und einem App-Ökosystem, aber die Wirtschaftlichkeit des Pakts wird bald in den Vordergrund rücken. Das größte Unbekannte ist, ob Nokia in einer sich so schnell entwickelnden mobilen Welt einen zweijährigen Übergang zu Windows Phone 7-Geräten ertragen kann.

In vielerlei Hinsicht ähnelt die Microsoft-Nokia-Partnerschaft dem Suchpakt, den der Software-Riese mit Yahoo geschlossen hat. Microsoft zahlt für die Freigabe, und der Partner kann sich konzentrieren, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben senken und Mitarbeiter entlassen, um effizienter zu werden.

Hier ist ein Blick auf das, was im Moment bekannt ist. Siehe auch: Partnerschaft zwischen Nokia und Microsoft - Gewinner und Verlierer

Vorteile für Nokia:

  • Nach Angaben der New York Times wurde Nokia "Hunderte von Millionen" an technischer Unterstützung und Marketingunterstützung angeboten. Unnötig zu erwähnen, dass Microsoft Nokia gut bezahlt hat.
  • Nokia kann eine aufgeblähte Unternehmensstruktur reduzieren. Stephen Elop, CEO von Nokia, hat am Freitag auf Kostensenkungen, Umschulungen und Entlassungen hingewiesen. Reuters stellt fest, dass möglicherweise "Tausende von Entlassungen bevorstehen".
  • Mit einer reduzierten Struktur kann sich Nokia über Bing und standortbasierte Dienste konzentrieren, rationalisiert werden und möglicherweise künftige Werbeeinnahmen einsparen.
  • Das Marketingbudget von Microsoft kann Nokia dabei helfen, in die USA einzudringen und einen neuen Markt zu erschließen.
  • Stephen Shankland von CNet News zitiert Elop: "Wir haben verschiedene Formen des Werttransfers in verschiedene Richtungen. Wir haben neue Möglichkeiten, die sich aus Werbung und neuen Formen der Monetarisierung ergeben." Man kann mit Sicherheit sagen, dass Nokia auf der Zahlungsseite die Nase vorn hat.
  • Es ist unklar, was Nokia für die Softwareentwicklung ausgegeben hat, aber diese Grafik zeigt, wie die Kosten dramatisch sinken werden. Nokia wird 2012 Windows Phone 7-Geräte in großem Umfang ausliefern, da Symbian ausläuft und die Supportkosten sinken werden.

Vorteile für Microsoft:

  • Microsoft erhält Distribution für sein Windows Phone 7-Betriebssystem. Es ist unklar, welche Lizenzvereinbarung zwischen Nokia und Microsoft besteht, wodurch nicht bekannt gegebene Lizenzgebühren erhoben werden.
  • Der Software-Riese verbeult das, was Google als mobile Dominanz hätte bezeichnen können.
  • Microsoft wird aufgrund der weltweiten Verbreitung von Nokia mehr Entwickler an Bord holen.
  • Beachten Sie, dass viele der Vorteile für Microsoft nicht greifbar sind. Microsoft wird wieder zu einem mobilen Player, aber wie wir aus den Internetanstrengungen des Unternehmens wissen, können Gewinne schwer fassbar sein.

Risiken für beide:

Das größte Risiko für Nokia und Microsoft ist die Übergangszeit. Nokia gab eine zweijährige Übergangsfrist für Windows Phone 7-Geräte an. Der Smartphone-Markt ist in Hundejahren aktiv. Zwei Jahre sind eine Ewigkeit, und wenn Verbraucher nicht mit Nokia und Microsoft spielen, könnten beide Unternehmen irrelevant werden.

Doug Reid, Analyst bei Stifel Nicolaus, stellte fest:

Die geplante Übergangszeit von Nokia zu einer Windows Phone-Smartphone-Betriebssystemwelt scheint langsam zu sein. Insbesondere hat Nokia kein Windows Phone-Produkt angekündigt. Zwischenpläne für die Unterstützung mehrerer Betriebssysteme, um die Kostenbelastung auf dem langen Weg zur Wiederherstellung von Marktanteilen zu erhöhen. Seltsamerweise plant Nokia, im Laufe des Jahres 2011 ein Smartphone einzuführen, das auf der MeeGo-Plattform von Nokia basiert. Nokia plant außerdem, weiterhin neue Symbian-basierte Geräte auf den Markt zu bringen. Bis zu 150 Millionen solcher Geräte sollen ausgeliefert werden. CEO Stephen Elop gab an, dass die Vereinbarung mit Microsoft nicht exklusiv sei und dass 2011 und 2012 für Nokia beide Übergangsjahre sein würden. Nokia lehnte es ab, klare Leitlinien für 2011 vorzulegen, und verwies auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Betriebssystemwechsel.

Mit anderen Worten, diese zweijährige Übergangsfrist wird für Nokia einige wirtschaftliche Probleme bedeuten. Der Barclays-Analyst Andrew Gardiner gibt einige Zahlen an:

Die einzige finanzielle Prognose von Nokia lautete, dass die Betriebsmargen von Devices and Services nach der Übergangszeit von 2011 und 2012 voraussichtlich wieder über 10% liegen werden. Implizit gehen sie daher davon aus, dass die Margen in diesem Jahr unter 10% liegen werden und als nächstes, was unter unseren aktuellen Schätzungen von 11% und 13% liegt. Dies setzt eine stetige Verschlechterung der Bruttomargen der Branche voraus. Nokia erzielt derzeit eine Bruttomarge von 29%.

Fazit: Nokia hat ungefähr zwei Jahre Zeit und wenn es mit dem mobilen Betriebssystem von Microsoft auf den Markt kommt, ist unklar, auf welcher Marktanteilsbasis es arbeiten wird.

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