Outsourcing: Indiens Armee von Kopfgeldjägern besetzt Jobs

Viele Firmen im Westen belohnen Mitarbeiter, die erfolgreich Bekannte einführen, um interne Stellen zu besetzen. Aber indische Outsourcer haben diesen Ansatz auf ein neues Niveau gebracht, sagt Saritha Rai.

Vor sechs Monaten trat der 28-jährige Software-Ingenieur Gopikrishna Munnoorpillil in Cochin, einer malerischen Stadt an der Südwestküste Indiens, Wipro, dem drittgrößten IT-Dienstleistungsunternehmen des Landes, im Einzelhandel bei. Seitdem ist Munnoorpillil ein Rekrutierungswirbel für sein Unternehmen.

Er hat sechs seiner Freunde für verschiedene Positionen bei Wipro empfohlen, alle im selben Einzelhandelsbereich. Drei davon wurden eingestellt, einer wurde abgelehnt und die anderen beiden sind "in Bearbeitung". Munnoorpillil sagt: "Wipro ist eine gute Firma und meine Freunde sind gut qualifiziert. Warum also nicht?"

In einem Süßstoff für Munnoorpillil wird Wipros langjähriges Mitarbeiterempfehlungsprogramm ihm einen Bargeldanreiz für jede neue Einstellung geben, die er vermittelt. "Ich werde einen angemessenen Geldbetrag verdienen", sagt Munnoorpillil, der sich selbst durch die Referenz eines Freundes angeschlossen hat. Er sagt, es geht nicht um Geld oder Freundschaft: "Sie sind alle nachgewiesene technische Talente, die sehr gut in das Unternehmen passen."

Bekanntenkreis
In einer anderen südindischen Stadt, Hyderabad, hat Wipros leitender Software-Ingenieur Narayana Gowda erfolgreich ein halbes Dutzend Kandidaten aus seinem Bekanntenkreis vermittelt. Gowda selbst trat vor sieben Monaten in das Unternehmen ein, als die Hyderabad-Einheit eines europäischen Software-Dienstleistungsunternehmens geschlossen wurde. Seitdem hat er mehrere ehemalige Kollegen in die Telekommunikationsteams von Wipro eingezogen.

"Sicher, ich habe meinen Freunden geholfen", sagt Gowda. "Aber ich habe meinem Unternehmen auch in einem Bereich geholfen, in dem gute Leute Mangelware sind."

Viele große indische Outsourcing-Unternehmen streben ein Drittel bis die Hälfte ihrer seitlichen Einstellungen durch Mitarbeiterempfehlungen an
Foto: Shutterstock

Mitarbeiter wie Munnoorpillil und Gowda sind die neuen Soldaten im erbitterten Talentkrieg, der in Indiens arbeitsintensivem Technologiesektor geführt wird. Da Unternehmen die Rezession hinter sich lassen und wieder auf die Überholspur zurückkehren, sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme wieder in den Fokus gerückt. Viele große Organisationen streben mit solchen Programmen ein Drittel bis die Hälfte ihrer seitlichen Einstellungen an.

Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind im indischen IT-Sektor nichts Neues. Aber da indische Unternehmen in den letzten Jahren gewachsen sind, sind auch ihre Einstellungen auf ...

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